22 besenderte Greifvögel liefern wertvolle Daten für den Artenschutz – Erste markierte Seeadler brüten mittlerweile in drei Nachbarländern – Rund 90 Paare leben wieder in Österreich
Jahreswechsel 2026: WWF richtet Naturschutz-Appell an Landeshauptmann Mattle
Anlässlich des Jahreswechsels richtet der WWF Österreich einen Naturschutz-Appell mit „26 guten Vorsätzen“ für das Jahr 2026 an den Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle. Die Forderungen an die gesamte Landesregierung reichen von einer Offensive für natürliche Schutzmaßnahmen über das Eindämmen von Bodenversiegelung und Transit bis zur Absage von „überholten Großprojekten“ wie dem Kaunertal-Ausbau. „Die Landesregierung hat versprochen, die Lebensgrundlagen der nächsten Generation zu sichern, macht aber in der Praxis häufig das Gegenteil. Der Schutz des Tiroler Naturerbes wird regelmäßig durchlöchert und mit teuren Großprojekten konterkariert. Daher braucht es 2026 endlich neue Ansätze“, sagt Maximilian Frey vom Tiroler WWF-Büro.
Als einen zentralen Vorsatz sollte sich die Landesregierung eine „Offensive für natürliche Schutzmaßnahmen“ als Antwort auf die Klima- und Biodiversitätskrise vornehmen. Demnach sollten etwa öffentliche Mittel stärker in die Renaturierung von Flüssen, Mooren und Wäldern fließen, um die Krisensicherheit Tirols und die Lebensqualität zu erhöhen. Zudem sollte laut WWF der Naturschutzfonds höher dotiert werden, um mehr Projekte und neue Schutzgebiete wie im bedrohten Platzertal zu ermöglichen.
In punkto Energiewende fordert der WWF den Stopp des unwirtschaftlichen Ausbauprojekts Kaunertal und ein Umleiten der Tiwag-Gelder – unter anderem in das bessere Alternativprojekt innerhalb der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz sowie in Photovoltaik-Projekte. „Das Planungsfossil Kaunertal ist unsicher geplant und mit hohen wirtschaftlichen Risiken verbunden, obwohl es längst bessere Alternativen gibt. Eine Notbremse ist überfällig“, sagt WWF-Experte Maximilian Frey unter Verweis auf mehrere Gutachten und über 260 Lücken in den Tiwag-Unterlagen zum gesamten Projekt.
Natur und Lebensqualität im Alpenraum schützen
Aufgrund seiner alpinen Topografie muss Tirol besonders sorgfältig mit Böden umgehen. Die Landesregierung sollte sich daher eine „grundlegende Reform“ der Raumordnung vornehmen, um die Bodenversiegelung einzudämmen: mit einem Vorrang für Innenentwicklung und den Schutz landwirtschaftlicher Flächen anstatt neuer Gewerbeparks auf der grünen Wiese. Darüber hinaus appelliert der WWF für ein Eindämmen des Transitverkehrs über die Alpen, indem Tirol seine Hausaufgaben erledigt. Die schwarz-rote Landesregierung solle sich für das Streichen des transitfördernden Dieselprivilegs einsetzen und den öffentlichen Verkehr stärker ausbauen, anstatt neue Transitrouten zu schaffen.
Porträt-Fotos sowie alle 26 Forderungen hier.
News
Aktuelle Beiträge
Wasserkrise in der Lobau: Eines der größten Gewässer erstmals im Frühjahr geteilt
Bekanntes Eberschüttwasser im Nationalpark durch Wassermangel in zwei Teile getrennt – WWF fordert rasche Maßnahmen gegen Austrocknung der Unteren Lobau
Wildtierkriminalität in Österreich: 310 Fälle und eine sehr hohe Dunkelziffer
Neuer Bericht zeigt dramatisches Ausmaß illegaler Verfolgung geschützter Arten – BirdLife Österreich und WWF Österreich fordern nationalen Aktionsplan
Neuer Entwurf für Isel-Schutzgebiet verfehlt EU-Vorgaben
Geplante Verordnung der Landesregierung äußerst mangelhaft – WWF fordert umfassende Sanierung statt Stückwerk – Weitere Eskalation des EU-Vertragsverletzungsverfahrens droht
WWF: Lebensmittelverschwendung kostet Haushalte im Schnitt rund 100 Euro pro Monat
Tag der Lebensmittelrettung am 26. Mai: WWF errechnet Kosten der Verschwendung für Haushalte – Mehr Aufklärung, Transparenz und verbindliche Reduktionsziele gefordert
WWF: Neuer OECD-Bericht belegt anhaltenden Reformstau
Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz










